PFINGSTCAMP 2010: DEM PATRIARCHAT AUF DER NASE RUMTANZEN!
Alljährlich veranstaltet die linksjugend [’solid] Sachsen zu Pfingsten ein mehrtägiges offenes, politisches und kulturelles Treffen – das Pfingstcamp. Im Jahr 2010 findet das Camp zum zwölften Mal statt und zum zehnten Mal heißt der Veranstaltungsort Srbska Kamenice in der Tschechischen Republik. In der Vergangenheit nahmen jährlich ca. 400 Interessierte im Alter zwischen 13 und 45 Jahren teil. Das Pfingstcamp ist somit eine gute linke Tradition.
Nachdem im letzten Jahr „20 Jahre 89 – nicht alles war schlecht, oder doch?“ das Schwerpunktthema des Camps war, wird in diesem Jahr „Dem Patriarchat auf der Nase rumtanzen!“ im Mittelpunkt der im Rahmen des Pfingstcamps angebotenen Seminare stehen.
Politik ist interessant und spannend. Doch wenn mensch sich mal umschaut – wer macht die Politik eigentlich? Männer. Jaja, Frau Merkel scheint uns da eine Ausnahme zu sein, aber die macht ja auch keine gute Politik. Eigentlich wollen wir eine Gesellschaft, in der das Geschlecht keine Rolle spielt, und doch leben wir in einer, in der Frauen strukturell benachteiligt werden. Wenn wir in unsere Reihen schauen, agieren fast nur Menschen männlichen Geschlechts. Und wenn Frauen einmal mitmachen, dann oft nur in der zweiten Reihe. Die LINKE und auch die linksjugend [’solid] haben sich auf die Fahne geschrieben, emanzipatorisch zu sein und als Männer und Frauen gleichberechtigt zu agieren – werden sie diesem Anspruch gerecht? Woran liegt es, dass der Anteil weiblicher Neueintritte nur bei knapp einem Drittel liegt? Wir wollen auf diesem Pfingstcamp keine Antworten präsentieren, die wir nicht haben, sondern Fragen stellen, Probleme sichtbar machen, Diskussionen anregen und vielleicht Ideen entwickeln, wie wir unserem emanzipatorischen Anspruch gerecht werden können.
Zu oft merken wir, dass wir aus der patriarchalen, sexistischen, heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft auch in unserem Alltag nicht ausbrechen können – Sexismus und Homophobie sind auch in linken Kreisen an der Tagesordnung. Phänomene, dass sich Frauen ausgrenzt fühlen, oder dass es auf Demos nicht wenige Männer gibt, die einen auf dicke Hose machen müssen, um sich in der Herde von Halbstarken zu beweisen, sind nicht selten.
Und drittens: wie wichtig ist die Kategorie ’Mann Frau’ – wollen wir diese Geschlechterbilder nicht überwinden? Aber wie gehen wir damit um, dass Frauen benachteiligt werden und Männern immer alles zugetraut wird? Bedeutet dies nicht auch, dass wir eben auch Partei ergreifen oder Schutzräume schaffen müssen, auch wenn diese das Mann/Frau Bild als Grundlage nehmen?! Heißt das nicht ganz einfach, dass eben Männer auf einem Frauenplenum nichts zu suchen haben, mensch die Frauenquote zu fördern und auch zu leben hat? Fragen über Fragen – damit wollen wir uns mit euch auseinandersetzen!
Für künstlerisch und sportlich ambitionierte Menschen wird es unter anderem 100 Meter Transpistoff und Farben über Farben geben, ein Kletterworkshop sowie Radio-machen. In den letzten Jahren konntet ihr euch schon immer sportlich betätigen – dieses Jahr wird es erstmalig eine Olympiade geben. Bringt eure Gummistiefel mit!
Und die Kultur kommt natürlich auch nicht zu kurz:
live-Konzerte („sorry for the musik“ – Schlager aus Dresden, Berlinska Droha – von Osteuropa über Punk bis Chick Corea, Monotekktoni und Acid, Milch & Honig – Elektropop aus Berlin und Leipzig) DJ´s (von Pop über Drum’n‘Bass bis zu Techno), Kaffee-Chill-Out- Lounge, Hörspiel- und Filmbungalow.
Weitere Infos+ zur Anmeldung: http://www.linksjugend-sachsen.de/index.php?id=68